Der DF Deutsche Finance Investment Fund 17 – Club Deal Boston II ist insolvenzreif. Den Anlegern droht der Totalverlust ihrer Einlage.

Von Mai bis Ende 2021 zeichneten 1.187 Personen insgesamt 58 Millionen US-Dollar für eine Beteiligung am DF Deutsche Finance Investment Fund 17 – Club Deal Boston II. Finanziert wurde der Bau eines Labor- und Bürogebäudes in Somerville bei Boston. Doch war das Objekt seit Fertigstellung leerstehend. Bereits im Geschäftsbericht für 2024 findet sich eine massive Abschreibung. Der Nettoinventarwert sank von 1,00 US-Dollar um 59 Prozent auf 0,41 US-Dollar. Die Wirtschaftsprüfer von KPMG zweifelten an einer zeitnah erfolgreichen Umsetzung der Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität auf Ebene der DF Deutsche Finance Investment Fund 17 – Club Deal Boston II – GmbH & Co. geschlossene InvKG hinsichtlich der Vermarktung und der damit verbundenen Rückführung des anteiligen Veräußerungserlöses der Immobilie. Trotzdem versagten sie ihr Testat im Dezember 2025 nicht.

Komplexe Beteiligungsstruktur

Von insgesamt 140 Millionen US-Dollar Kapital für die Boynton Yards Investment LP investierte der Fonds als Co-Investor wohl mittelbar über die Boynton Yards Investment LLC insgesamt 47,8 Millionen US-Dollar beziehungsweise 34,1 Prozent. Von der Boynton Yards Investment LP sollten wiederum 134,3 Millionen US-Dollar an die Building 2 Owner LLC mit Sitz in Delaware weitergereicht werden. Auch auf dieser Ebene gab es vermutlich Co-Investoren, die laut Verkaufsprospekt 23,7 Millionen US-Dollar beisteuerten. Mit geplanten Krediten der Bank OZK in Höhe von bis zu 215 Millionen US-Dollar war es schließlich möglich, das Bauvorhaben zu realisieren.

Immobilie wird an die Bank übergehen

Die Bankfinanzierung war Ende 2025 fällig. Aufgrund laufender Verkaufsverhandlungen für die Immobilie wurde sie bis Februar 2026 verlängert. Anschließend erhielt die darlehensgebende Bank OZK ein „Deed in Lieu of Foreclosure Agreement“: Nach einem bis zu sechs Monate gültigen Stillhalteabkommen zur eventuellen Realisierung eines Verkaufs geht das Eigentum an der besagten Immobilie freiwillig und somit ohne Zwangsvollstreckung auf die kreditgebende Bank über. Die Realisierung scheiterte. So wird das Objekt mit großer Wahrscheinlichkeit am 13. August 2026 an die darlehensgebende Bank OZK übergehen.

Ungewisse Zukunft der DF-Fonds 20 und 21

Der großflächige Entwicklungsplan „The Boynton Yards Masterplan“ sieht insgesamt sechs Gebäude vor. Der Fund 17 finanzierte das zweite. Deutlich mehr Geld zahlten deutsche Anlegerinnen und Anleger in die beiden DF-Fonds 20 und 21 ein. Sie wurden als „Club Deal Boston III“ und „Club Deal Boston IV“ vermarktet. Beide Angebote kamen Anfang beziehungsweise Mitte 2022 auf den Markt und wurden Ende 2022 beziehungsweise Mitte 2023 mit insgesamt 350 Millionen US-Dollar geschlossen. Bislang liegen nur für das Geschäftsjahr 2023 Finanzzahlen vor. Selbst diese offenbaren bereits erhebliche Planabweichungen.

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