Thamm & Partner

– Einordnung der aktuellen Situation und weiteres Vorgehen

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Ausgangssituation

Die Thamm & Partner unterliegt als Wohnungsbau- und Grundbesitzgesellschaft derzeit erheblichen Marktschwankungen auf dem Immobilien- und Baumarkt, in deren Folge zahlreiche Anleger verunsichert sind.

Ausgeschiedene Anleger warten auf die Auszahlung von Abfindungsansprüchen aus gekündigten Beteiligungen bei Thamm & Partner. Nach dem uns vorliegenden Kenntnisstand erfolgen Auszahlungen in einer Reihe von Fällen nicht zeitnah oder lediglich in Raten.

Seitens Thamm & Partner wird dies im Wesentlichen mit der aktuellen Liquiditätssituation, mit gesellschaftsvertraglichen Regelungen sowie mit der Entwicklung des Immobilienmarktes seit dem Jahr 2022 begründet. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Kommunikation gegenüber Anlegern und auch gegenüber ehemaligen Vertriebspartnern nicht durchgehend strukturiert, vollständig oder zeitnah erfolgt ist.

Vor diesem Hintergrund besteht auf Seiten der Anleger eine nachvollziehbare Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung.

Einordnung der Situation

Die derzeitige Lage lässt sich aus Sicht von TILP nicht mit einfachen Schlussfolgerungen bewerten.

Einerseits gilt, dass verzögerte Auszahlungen für sich genommen keinen zwingenden Rückschluss auf einen Ausfall zulassen. Andererseits genügt der pauschale Verweis auf Marktveränderungen oder eine angespannte Liquiditätssituation nicht, um die weitere Entwicklung abschließend zu beurteilen.

Maßgeblich ist vielmehr, ob die von Thamm & Partner angeführten Gründe im konkreten Fall nachvollziehbar, aktuell und rechtlich tragfähig sind.

Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang insbesondere, dass sich die Rahmenbedingungen am Immobilienmarkt seit dem Jahr 2022 deutlich verschärft haben. Bewertungen, Vermarktungsmöglichkeiten und Finanzierungsbedingungen unterliegen seither erheblichen Veränderungen. Angaben von Thamm & Partner aus früheren Zeiträumen können daher weiterhin zutreffen, müssen es jedoch nicht.

Hinzu kommt, dass nach unserem Kenntnisstand Immobilienbestände vorhanden sind, die in der Vergangenheit mit einem erheblichen Volumen bewertet wurden. In welchem Umfang diese Werte unter den aktuellen Marktbedingungen realisierbar sind und welche Auswirkungen sich daraus auf die Liquiditätslage ergeben, bedarf einer aktuellen und belastbaren Klärung. Dies liegt im Interesse von Anlegern, die bereits auf Auszahlungen warten, aber auch derjenigen Anleger, deren Investitionen noch laufen.

Erforderlichkeit von Transparenz

Vor diesem Hintergrund kommen der Beschaffung und Auswertung vollständiger und aktueller Informationen entscheidende Bedeutung zu.

Für eine sachgerechte Einordnung ist insbesondere erforderlich, ein klares Bild zu erhalten über:

  • die Höhe und den Status der bestehenden Abfindungsansprüche
  • bereits erfolgte Auszahlungen
  • die aktuelle Liquiditätslage
  • bestehende Verbindlichkeiten
  • die Verwertbarkeit der vorhandenen Immobilien, ohne die wirtschaftliche Existenz oder den Gesellschaftszweck der Thamm & Partner zu gefährden sowie einen nachvollziehbaren Zeitplan für weitere Auszahlungen

 

Gerade wenn sich eine Gesellschaft auf eine eingeschränkte Liquidität beruft, ist es erforderlich, dass diese Darstellung auf konkreten, aktuellen und überprüfbaren Grundlagen beruht.

Ansatz und Zielsetzung von TILP

Die Kanzlei TILP verfolgt bewusst einen strukturierten und sachorientierten Ansatz.

Ziel ist es nicht, vorschnell rechtliche Schritte einzuleiten oder die Situation zuzuspitzen. Vielmehr steht zunächst die Schaffung von Transparenz und die Herstellung einer belastbaren Entscheidungsgrundlage im Vordergrund.

Denn dies dient den Anlegern, für eine sachliche und nachvollziehbare Einordnung der Situation insgesamt.

Ihre Fragen zu diesem Fall beantworten wir unter
Ihre Ansprechpartner

Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne und unverbindlich.

Marvin Kewe

Managing Partner | Rechtsanwalt | Bankkaufmann | Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Peter A. Gundermann
Managing Partner | Rechtsanwalt | Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Konkretes weiteres Vorgehen

Vor diesem Hintergrund raten wir zu folgendem Vorgehen:

(1) Bündelung der Anlegerinformationen

Betroffene Anleger werden gebeten, ihre Unterlagen und Informationen strukturiert zur Verfügung zu stellen, um eine einheitliche Datengrundlage zu schaffen.

(2) Geltendmachung von Auskunftsansprüchen

Auf Basis dieser Informationen werden gegenüber Thamm & Partner gezielt Auskünfte eingeholt, um die wirtschaftliche und rechtliche Situation aktuell und vollständig zu erfassen.

(3) Strukturierte Auswertung der Informationen

Die erhaltenen Angaben werden rechtlich und wirtschaftlich eingeordnet, um deren Belastbarkeit und Aussagekraft zu bewerten.

(4) Prüfung der Tragfähigkeit der Begründungen

Insbesondere wird geprüft, ob die angeführten Gründe für verzögerte oder ratierliche Auszahlungen im konkreten Fall nachvollziehbar und rechtlich tragfähig sind.

(5) Ableitung möglicher weiterer Schritte

Erst auf Grundlage dieser Auswertung wird beurteilt, ob und in welcher Form weitere Maßnahmen angezeigt sind.

Ziel des Vorgehens

Das Ziel dieses Vorgehens besteht darin, eine sachliche, fundierte und aktuelle Einordnung der Situation zu ermöglichen.

Eine solche Vorgehensweise vermeidet vorschnelle Bewertungen ebenso wie unbegründete Spekulationen. Sie schafft vielmehr die Grundlage für informierte Entscheidungen auf Seiten der Anleger.

Zugleich kann sie dazu beitragen, bestehende Informationsdefizite zu schließen und die Kommunikation insgesamt auf eine belastbare Grundlage zu stellen.

Adressaten des Angebots

Das dargestellte Vorgehen richtet sich an unterschiedliche Anlegergruppen.

Erfasst werden sowohl:

Anleger mit gekündigten Beteiligungen und offenen Abfindungsansprüchen, als auch Anleger mit bestehenden Beteiligungen, die ihre Situation vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen bewerten wollen.

Auch für Anleger, die eine Kündigung derzeit prüfen oder aufgrund vertraglicher Bindungen noch nicht umsetzen können, kann eine frühzeitige Einordnung der Situation sinnvoll sein.

Schlussbemerkung

Die derzeitige Situation erfordert weder Überstürzung noch Untätigkeit, sondern eine strukturierte und sorgfältige Aufarbeitung.

Genau hier setzt der gewählte Ansatz an:

Transparenz schaffen, Informationen einordnen und auf dieser Grundlage fundierte Entscheidungen ermöglichen.