Lebensversicherungsfonds

Als hoch spekulativ kann das Geschäftsmodell bei den meisten Lebensversicherungsfonds angesehen werden. Dabei kauft die Fondsgesellschaft auf dem Zweitmarkt in Deutschland, Großbritannien oder den USA Kapital- bzw. Risikolebensversicherungen auf. Die Fondsgesellschaft übernimmt die weiteren Prämienzahlungen und erhält beim Tod des Versicherten die fällige Versicherungssumme (Ablaufleistung). Der spekulative Charakter dieses Geschäftsmodells zeigt sich schon darin, dass die Lebenserwartung des Versicherten ein entscheidender Faktor für die Renditeerwartung ist. Wird die Lebenserwartung zu niedrig angesetzt, geht die Rechnung nicht mehr auf. Weitere Probleme der Lebensversicherungsfonds sind auch die zumeist langen Laufzeiten und die erschwerte Handelbarkeit der Fondsanteile, da es keinen funktionierenden Zweitmarkt dafür gibt. Bei US-amerikanischen Fonds sind zudem noch steuerliche Besonderheiten zu beachten.

Möglichkeiten der Anleger

Anleger in Lebensversicherungsfonds sehen sich also einer ganzen Reihe von Risiken ausgesetzt, die bis zum Totalverlust des investierten Geldes reichen. Über diese Risiken hätten sie ebenso wie über die Funktionsweise des Fonds im Beratungsgespräch umfassend aufgeklärt werden müssen. Ist diese Aufklärung ausgeblieben, können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

Lebensversicherungszweitmarkt-Fonds GAF Active Life 1 und 2

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Mit von TILP erstrittenem Urteil vom 21.10.2011 hat das Landgericht (LG) Stuttgart, AZ: 12 O 115/11, die Volksbank Herrenberg-Rottenburg eG zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 82.867,96 Euro nebst Zinsen verurteilt. Neben der ursprünglich geleisteten Einlage in Höhe von rund 69.000,- Euro und der Erstattung sämtlicher Rechtsanwalts- und Gerichtskosten erhält die von TILP vertretene Klägerin somit auch den geforderten entgangenen Gewinn in Höhe von 4 % p.a. ersetzt. Das Urteil ist noch mit der Berufung angreifbar.