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Kirchentellinsfurt,

Auftakt im Betrugsprozess zum Anlageskandal Kiener/K1: Schadensvolumen über 300 Millionen Euro – System Kiener funktionierte erst durch Beteiligung großer Banken - Effektiver Schadensersatz nur durch Verfolgung von Ansprüchen gegenüber den mitbeteiligten Banken wie Rabobank und Barclays.

Am 2. März beginnt vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Würzburg der Strafprozess gegen Helmut Kiener und weitere Beschuldigten in voraussichtlich einem der größten Kapitalanlagebetrugsfälle der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Die Staatsanwaltschaft legt dem 52-jährigen in ihrer 164 Seiten starken Anklageschrift Betrug in 35 Fällen, Urkundenfälschung in 86 Fällen und Steuerhinterziehung in 5 Fällen zur Last. Mit einem gigantischen Schneeballsystem soll Kiener knapp 5.000 Anleger um ihr Geld geprellt haben. Insgesamt soll sich der so verursachte Schaden auf mehr als 300 Mio. EUR belaufen. Ziel der Beschuldigten war es laut Staatsanwaltschaft, durch vorgetäuschte Kapitalanlagen erhebliche Geldbeträge für sich zu vereinnahmen. Allein über Management- und Direktionsgebühren soll Kiener im Zeitraum zwischen 2006 und 2009 etwa 23,6 Mio. EUR erhalten haben. Durch das Geld der Anleger leistete sich Kiener Luxusgüter wie etwa Villen in Deutschland und Florida oder sogar Großraum-Geschäftsflugzeuge.

Über ihr projektbezogenes Joint Venture ProtectInvestAlliance (PIA) vertreten die zu den führenden deutschen Investoren-Kanzleien zählenden Nieding + Barth Rechtsanwaltsaktiengesellschaft und TILP Rechtsanwälte aktuell über 1.000 Kiener-Geschädigte mit einem gesamten Schadensvolumen von rund 80 Mio. EUR. Bei den Geschädigten handelt es sich um Personen, die zum einen direkt zum anderen indirekt über Zertifikate oder Lebensversicherungskonstruktionen in die laut Staatsanwaltschaft faktisch von Kiener verwalteten Fonds K1 Global Ltd. und K1 Invest Ltd mit Sitz auf den British Virgin Islands (BVI) investiert hatten. Beide Fonds befinden sich in der Liquidation. Ein Rechtsanwalt der PIA wurde als einziger deutscher Rechtsvertreter in die beiden Gläubigerausschüsse der Fonds gewählt.

System Kiener funktionierte erst durch Beteiligung großer Banken

Um sein System überhaupt so lange aufrechterhalten zu können, bediente sich Kiener mehrerer großer Banken, die im Markt als seriös galten. So fungierte etwa die niederländische Rabobank als Zahlstelle für die Einzahlungen der Anleger in die Fonds, die englische Barclays Bank emittierte auf Basis dieser Produkte Zertifikate, durch deren Erwerb weitere Anleger geschädigt wurden. "Nach Auswertung diverser Unterlagen, die der PIA vorliegen, sind wir fest davon überzeugt, dass sowohl die Rabobank als auch Barclays Rechtsverstöße begangen haben, durch die das System Kiener erst funktionierte", stellt Rechtsanwalt Andreas Tilp fest. "Die Rabobank fungierte als Zahlstelle unter Bereitstellung eines in formeller Hinsicht bedenklichen Treuhandkontos, Barclays emittierte Zertifikate auf der Basis der Kiener-Produkte, was wir als Verstoß gegen ordnungsgemäße Due-Diligence-Regeln bewerten", erläutert Rechtsanwalt Klaus Nieding.

Effektiver Schadensersatz nur durch Verfolgung von Ansprüchen gegenüber den mitbeteiligten Banken

Nach den bisherigen Informationen der Liquidatoren scheint es unwahrscheinlich, dass im Rahmen des Liquidationsverfahrens der Fonds noch Geldrückflüsse an die Geschädigten erfolgen werden. Deshalb ist PIA fest davon überzeugt, dass die erlittenen Schäden effektiv nur im Rahmen der Verfolgung von Ansprüchen gegenüber den mitbeteiligten Banken ersetzt werden können.

"PIA vertritt daher die Interessen der Geschädigten nicht nur in den Gläubigerausschüssen der beiden BVI-Fonds, sondern auch aktiv im Rahmen der Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen gegen die Rabobank, Barclays und weitere Institute", betont Rechtsanwalt Nieding. "Einmal mehr zeigt sich, dass Betrugsfälle wie der vorliegende meist nur deswegen "Erfolg" haben, weil sogenannte seriöse Institute involviert sind", ergänzt Rechtsanwalt Tilp.

Weitere Informationen zum Anlageskandal Kiener/K1 enthält die Internetseite www.k1-schaden.de.