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Kirchentellinsfurt,

Staatsanwaltschaft München I hat Ermittlungsverfahren aufgenommen

 

Nun ist es amtlich – die Zahl der vorhandenen Container liegt deutlich unter der Zahl der an Anleger veräußerten Container.

 

Bereits in den letzten Tagen wurden die Gerüchte immer lauter, dass die tatsächlich vorhandene Containerzahl nicht mit den angeblich an die Anleger verkauften Containern übereinstimmt. Von den Insolvenzverwaltern wurde nunmehr in einer Pressemitteilung vom 17.05.2018 bestätigt, dass nach den jetzt vorliegenden ersten, noch vorläufigen Ergebnissen der Auswertung der Systeme von den vier deutschen Container-Verwaltungsgesellschaften zum heutigen Stand rund 1,6 Mio. Container an die rund 54.000 Anleger verkauft wurden, dem jedoch nur eine Containerflotte von rund 0,6 Mio. gegenübersteht. Diese Angaben, so die Insolvenzverwalter, müsste aber noch verbindlich verprobt werden. Nach den vorläufigen Erkenntnissen gehen die Insolvenzverwalter davon aus, dass sich die Bestandsdifferenz über Jahre hinweg aufgebaut hat. So soll sich im Jahr 2010 die Differenz zwischen den verkauften und den vorhandenen Containern bereits auf rund 0,6 Mio. belaufen haben. Aktuell wird geklärt, wie sich die Bestandsdifferenz über die Jahre entwickelt hat. Parallel dazu werden sämtliche Zahlungsströme der letzten Jahre untersucht und ausgewertet, mit dem Ziel, festzustellen, wann und in welchem Umfang Container am Markt tatsächlich gekauft und verkauft wurden.

 

Aufgrund der erheblichen Ungereimtheiten wurde nunmehr auch die Staatsanwaltschaft München I tätig, ein Ermittlungsverfahren läuft. Wie den ersten Medienberichten entnommen werden kann, sollen sich die Ermittlungen gegen mehrere beteiligte Manager richten.

 

Auch die Insolvenzverwalter haben nunmehr die Aufgabe zu überprüfen, inwiefern Haftungsansprüche gegen Verantwortliche in Betracht kommen. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass der Geschäftsführer, welcher die Geschäfte über Jahre geführt hat, bereits 2016 verstorben ist.

 

Aufgrund der aktuellen Situation steht zu befürchten, dass die Anleger im Rahmen der Insolvenzverfahren noch mehr Abschläge hinzunehmen haben, als ursprünglich befürchtet.

Wie es mit der Schweizer Gesellschaft, welche die Mietverträge mit den Leasinggesellschaften abgeschlossen hat, weitergeht, bleibt abzuwarten. Ebenso ist momentan noch nicht absehbar, welcher substanieller Wert den vorhandenen Containern zukommt.

 

Nach wie vor rät TILP: Anleger sollten jetzt sogar noch mehr als zuvor anwaltliche Hilfe zur Klärung der Sach- und Rechtslage in Anspruch nehmen.