Im Januar 2004 trat das InvG in Kraft und ersetzte das bis dahin geltende Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG) sowie das Auslandsinvestmentgesetz (AuslInvG). Dieses stellt das Kernstück der deutschen Regelungen zum Investmentrechts dar. Erheblichen Einfluss hatte auch das Europarecht.

Das InvG sollte die Aufsicht über Investmentfonds stärken und effizienter gestalten. Hierzu wurde beabsichtigt Details der Vorschriften in Verordnungen zu regeln, weil hierdurch aufsichtsrechtlich zügiger auf Marktentwicklungen reagiert werden kann.

Investmentvermögen sind Vermögen der gemeinschaftlichen Kapitalanlage, welche nach dem Grundsatz der Risikomischung in Wertpapiere, Bankguthaben, Immobilien und andere Vermögensgegenstände im Sinne des §§ 2 Abs. 4 InvG angelegt sind. Im Vergleich zur früheren Rechtslage sind die zulässigen Anlageformen für Kapitalanlagegesellschaften (KAGs) erweitert worden.

Anwendbar ist das InvG primär auf inländische Investmentvermögen in Form von Investmentfonds und Investmentaktiengesellschaften. Hinsichtlich ausländischer Investmentprodukte ist das InvG anwendbar, soweit diese öffentlich vertrieben werden.

Durch weitere Änderungen des InvG erweiterte sich der Anwendungsbereich nun auch auf den nicht öffentlichen Vertrieb ausländischer Hedgefonds.

Unter Anlegerschutzgesichtspunkten ist insbesondere die Prospekthaftung nach §§ 127 InvG von besonderer Bedeutung. Diese Norm eröffnet dem Anleger das Recht zum Schadensersatz, soweit wesentliche Angaben die für die Beurteilung der Anteile von wesentlicher Bedeutung sind, im Prospekt unvollständig oder unrichtig angegeben wurden. Rechtsfolge ist die Erstattung des gezahlten Betrages gegen Rückgabe der Investmentanteile. Sollte der Investor die Anteile bereits weiterveräußert haben, so kann er den Betrag ersetzt verlangen, um den der von ihm gezahlte Betrag den Rücknahmepreis des Anteils im Zeitpunkt der Veräußerung übersteigt.

Nicht nur die KAG, sondern auch der Vermittler haftet dem Käufer der Anteile, soweit er die Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der Prospekte gekannt hat.

In Schadensersatzfällen ist aufgrund kurzer Verjährungsvorschriften neben der Anwendbarkeit des Investmentgesetzes auch die Verjährung der Ansprüche zu prüfen. Der Anspruch verjährt ein Jahr nach Kenntniserlangung des Käufers von der Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der Prospekte, spätestens aber drei Jahre nach dem Abschluss des Kaufvertrages (siehe §§ 127 Abs. 5 InvG). Daher sollte bei Eintritt des Schadensfalles ein Anwalt möglichst zügig mit der rechtlichen Prüfung beauftragt werden.