OLG Frankfurt verurteilt ComRoad AG zu Schadensersatz

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Kirchentellinsfurt,

OLG Frankfurt a.M. verurteilt ComRoad AG zu Schadensersatz an Ex-Aktionär - Erstes OLG-Urteil zur Haftung eines ehemaligen Unternehmens des Neuen Marktes

Submitted by admin on Mo, 02/24/2014 - 13:47

Das OLG Frankfurt a.M. spricht, wie zuvor bereits das LG Frankfurt a.M. als Vorinstanz, mit seinem heute verkündeten Urteil, Az: 1 U 149/04, einem Ex-Aktionär der ComRoad AG wegen zahlreicher Falschmeldungen zu deren Unternehmensumsätzen Schadensersatz zu.

"Erstmals stellt ein OLG fest, dass Aktienrecht im Sinne des Anlegerschutzes auszulegen ist", so der Tübinger Anlegeranwalt Peter A. Gundermann, der das Urteil in beiden Instanzen erkämpft hat. Denn das aktienrechtliche Verbot der Einlagenrückgewähr (§§ 57 AktG) stehe dem Anspruch des Anlegers nicht entgegen.

Das von Tilp Rechtsanwälte erstrittene Grundsatzurteil weicht noch in einem zweiten Punkt entscheidend zu Gunsten der Anleger von der Konstellation in Sachen Infomatec ab:

Das Unternehmen selbst muss für das Verhalten seines früheren Vorstandes Bodo Schnabel einstehen. "Dies ist von größter Bedeutung, denn oftmals wird das Vermögen der Straftäter von der Staatsanwaltschaft zum Wohle der Staatskasse beschlagnahmt oder von den Tätern verschoben, so dass ein Vorgehen gegen die Vorstände allein wirtschaftlich sinnlos ist", erklärt der Kapitalmarktrechtler Gundermann weiter. "Den Anleger interessiert schließlich, ob er sein Geld wiederbekommt."

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Revision wurde zugelassen.