Pyrrhussieg für MLP Lebensversicherung AG

Nachdem am Dienstag dieser Woche vor dem OLG Karlsruhe die Berufungsklage eines Ex-MLP-Geschäftsstellenleiters (Urteil vom 11.05.2004, Az. 12 U 135/03)* abgewiesen wurde, wird Tilp nun Klagen "normaler" geschädigter Versicherungskunden einreichen.

Tilp Rechtsanwälte halten am Hauptvorwurf der Klage fest: Dass nämlich die erhobenen Managementgebühren in den Modellrechnungen nicht berücksichtigt waren und damit die Ablaufleistungen der betroffenen FLV in unrealistischer Weise zu hoch angegeben sind. Rechtsanwalt Andreas W. Tilp zur Urteilsbegründung: "Dieser Hauptvorwurf wurde vom OLG nicht zurückgewiesen. Das OLG verneinte eine Haftung aufgrund spezieller Umstände in der Person des vorliegenden Klägers. Diesem, einem Ex-MLP-Geschäftsstellenleiter, wurde ein Aufklärungsbedürfnis aberkannt".

Nach Einschätzung von Tilp Rechtsanwälte sind rund 260.000 Policen der MLP Lebensversicherung AG von fehlerhaften Modellrechnungen betroffen. Im Rahmen der einzureichenden Kunden-Klagen werden Tilp Rechtsanwälte die Erstattung der von den Versicherungsnehmern geleisteten Prämien abzüglich der erhaltenen Auszahlungsbeträge nebst Verzinsung ihrer saldierten Prämienzahlungen fordern. Rechtsanwalt Tilp: "Die jetzige Klageabweisung stellt für MLP Lebensversicherung AG einen bloßen Pyrrhussieg dar. Dem Urteil entnimmt unsere Kanzlei, dass das OLG bei einem "normalen Kunden" gegenteilig entschieden hätte".