Proven Oil Canada (POC) – Anleger sollen Ausschüttungen zurückzahlen

Die wirtschaftliche Situation bei den Fonds von POC nehmen immer mehr dramatische Ausmaße an. Wurden die Ausschüttungen seit der Zusammenlegung der Gesellschaften 2013 erst reduziert blieben sie 2014 ganz aus. Doch nicht genug, nunmehr wurden u.a. die Anleger der Fonds POC Zwei GmbH & Co.KG und  POC Growth Zwei GmbH & Co. KG angeschrieben, mit der Aufforderung die Ausschüttungen des Jahres 2013 bis zum 25.07.2015 zurück zu zahlen.

Begründet wird dies u.a. von der Gesellschaft POC Zwei GmbH & Co. KG und POC Growth Zwei GmbH & Co. KG damit, dass die finanzierende Bank auf der Ebene der Objektgesellschaft mit Schreiben vom 11.06.2015 den noch offenstehenden Kreditbetrag mit sofortiger Wirkung zur Zahlung fällig gestellt habe. Bei einer nicht kurzfristigen Rückführung drohe die Bank die Verwertung der Öl- und Gasgebiete an, die als Sicherheiten dienen. Dies könne jedoch nicht im Interesse der Anleger sein, da damit erhebliche Investitionen, die in der Vergangenheit in die Entwicklung der Gebiete hineingeflossen seien, somit teilweise vernichtete würden. Doch selbst wenn die Rückführung des Darlehens erfolgt, bleibt nach dem POC Schreiben immer noch eine Finanzlücke von weiteren 15 Millionen Kanada-Dollar. Hinsichtlich der Schließung dieser Lücke werden in dem POC Schreiben drei Varianten dargestellt, u.a. könnte diese Lücke durch ein Nachrangdarlehen der Anleger geschlossen werden. Mit anderen Worten, nicht nur eine Rückforderung steht im Raume, auch weiteres Geld soll vom Anleger investiert werden.

Den Anlegern wurden mit den Beteiligungen an den POC-Fonds ursprünglich monatliche Ausschüttungen und Renditen von 12 % pro Jahr in Aussicht gestellt. Über die gesamte Fondslaufzeit sollten Rückflüsse von fast dem dreifachen des eingesetzten Kapitals erfolgen. So sollte sich z.B. beim POC Zwei laut Planung der Gesamtrückfluss – nach kanadischen Steuern - auf rund 267 % der Nominaleinlage belaufen.

Wir meinen, aktuell müssen die Anleger einen Totalverlust ihres eingesetzten Kapitals befürchten.

Nach unserer Erfahrung bei geschlossenen Fonds ist es oft so, dass im Rahmen der Beratung ausschließlich die Vorteile der Beteiligung hervorgehoben werden. Von vielen Anlegern wissen wir, dass die Risiken, wenn überhaupt erwähnt, zugleich bagatellisiert wurden. Im Fall der Beteiligung an einem geschlossenen Fonds muss jedoch nach ständiger obergerichtlicher Rechtsprechung besonders sorgfältig auf die bestehenden Risiken hingewiesen werden. Ist dies nicht geschehen, stehen dem Anleger möglicherweise Schadenersatzansprüche zu, die soweit gehen, dass wegen fehlerhafter Aufklärung und Beratung eine vollständige Rückabwicklung eingefordert werden kann. Auch überprüfen wir momentan, die einzelnen Verkaufsprospekte auf Fehler und Lücken.

Auch der im Raume stehenden Rückforderung sollte nicht ohne zuvor anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen zu haben, nachgekommen werden. Ob die im Gesellschaftsvertrag enthaltene Klausel die geltend gemachte Rückforderung rechtfertigt ist fraglich. Soweit eine Berufung auf Urteile des BGH erfolgt, besagen diese gerade nicht, dass der Anleger die Ausschüttungen nicht behalten darf, sondern vielmehr, dass die Ausschüttungen nicht „einfach so“ zurückgefordert werden können.

Wir raten betroffenen Anlegern daher dringend, ihre Ansprüche durch eine spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei überprüfen zu lassen.

Die Kanzlei TILP nimmt eine erste Einschätzung Ihres Sachverhaltes kostenfrei vor. Ihre Ansprechpartner im Hause: Rechtsanwältin Dr. Petra Dietenmaier, Rechtsanwalt Kühler