DB Real Estate "grundbesitz invest"

Das inzwischen von mehr als einem halben Dutzend großen Sparkassen und Volksbanken an die Kunden des DB Real Estate "grundbesitz invest"-Fonds unterbreitete Angebot, z.B. für einen Umzug des Girokontos oder Depots den unverändert ausgesetzten offenen Immobilienfonds zu 90% des letzten Rücknahmepreises in Zahlung zu nehmen, birgt für die Anleger rechtliche Risiken. Darauf weist die auf Anlegerschutz spezialisierte Tübinger Kanzlei TILP Rechtsanwälte hin.

"DB Real Estate Kunden, die ihre Anteile an Dritte wie die Sparkassen oder Volksbanken verkaufen, verlieren nach §§ 127 Abs. 1 S. 2 InvG ihre Prospekthaftungsansprüche, sofern Sie von diesen Prospekthaftungsansprüchen Kenntnis hatten. Nach den mehreren hundert Medienberichten zum Fondsskandal der Deutschen Bank könnten Gerichte eine solche Kenntnis jedoch unterstellen" erläutert Rechtsanwalt Andreas Tilp.

Die Prospekthaftungsansprüche gegen die DB Real Estate sind die weitestgehenden Ansprüche gegen die DB Real Estate, sie führen im Erfolgsfall zu einer kompletten Rückabwicklung des Anteilskaufs. Nach Auffassung der Kanzlei TILP, der in diesem Fall bereits 60 Mandate erteilt wurden und weitere 800 Anfragen geschädigter Anteilsinhaber vorliegen, sind solche Ansprüche beispielsweise aufgrund unzureichend prospektierter "kick back"-Zahlungen an Dritte, insbesondere an Vertriebspartner, gegeben (s. Meldung vom 14.12.2005).

"Insofern riskieren die geschädigten DB Real Estate-Anleger durch einen Wechsel ihr Recht auf eine komplette Rückabwicklung des Anteilskaufs. So sehr wir das innovative Angebot der Sparkassen und Volksbanken grundsätzlich begrüßen: Wir halten es für angebracht, jeden Wechselwilligen auf diese rechtlichen Konsequenzen hinzuweisen" ergänzt Rechtsanwalt Peter Gundermann.

Die Sparkasse Karlsruhe, die Sparkasse Köln-Bonn, die Kreissparkasse Köln, die Sparkasse Hannover, die Berliner Sparkasse, mehrere kleinere Sparkassen und die genossenschaftliche Berliner Volksbank haben "grundbesitz invest"-Anteilseignern der Deutschen Bank in den vergangenen Tagen umworben. Diese Institute sollten nach Auffassung der Kanzlei TILP Rechtsanwälte auch über rechtliche Konstruktionen nachdenken, mit denen ein Verlust der Prospekthaftungsansprüche vermieden werden könnte.

Rechtsanwalt Andreas Tilp unterbreitet hierzu einen konkreten Vorschlag: "Ein Verlust der Prospekthaftungsansprüche könnte unseres Erachtens dadurch vermieden werden, dass wechselwillige Anleger die DB Real Estate Investment GmbH und die Depotbank State Street Bank GmbH vor dem geplanten Verkauf der Anteile zuerst zum kompletten Schadenersatz gegen Übertragung der Anteile auffordern. Zugleich sollten die Anteilseigner bereits den Verkauf an ein Drittinstitut für den Fall ankündigen, dass die DB Real Estate Investment GmbH und die Depotbank State Street Bank GmbH dieser Aufforderung nicht folgen. Außerdem sollten sich Anteilseigner Prospekthaftungsansprüche - und gegebenenfalls deren Abtretung an ein Drittinstitut - ausdrücklich vorbehalten. Damit wäre es unseres Erachtens unbillig, dass der Prospekthaftungsschuldner von Ansprüchen befreit wird."