Prokon meldet Insolvenz an

Jetzt ist es offiziell: der Windanlagenfinanzierer Prokon hat Insolvenz angemeldet. Damit stehen die rund 1,4 Milliarden Euro im Feuer, die das Unternehmen in den letzten Jahren bei etwa 75.000 Anlegern mit sogenannten Genussscheinen eingesammelt hatte. „Betroffene Anleger sollten jetzt dringend ihre Ansprüche rechtlich überprüfen lassen“, sagt Andreas Tilp, Geschäftsführer der PIA ProtectInvestAlliance Rechtsanwaltsgesellschaft. Hier gelte es auch zu prüfen, ob neben den Forderungen aus den Genussscheinen noch andere Ansprüche existieren, etwa auf Schadenersatz. „Das hätte den Vorteil, dass man mit seinen Schulden eine bessere Rangstelle erreicht. Die Forderungen aus den Genussscheinen dürf ten zu einem Großteil nachrangig sein.

Hier gibt es also erst dann Geld, wenn alle anderen Gläubiger bedient sind. Bei Schadenersatz sieht das anders aus“, ergänzt Klaus Nieding, ebenfalls PIA-Geschäftsführer. Wie es weitergeht ist noch unklar. Ziel des U nternehmens ist offenbar die Fortführung des Geschäfts. „Positiv für die Anleger an der Meldung ist, dass jetzt unabhängige Experten die Möglichkeit bekommen, das Unternehmen zu durchleuchten. Jetzt kommt es darauf an, wie das Geld verwendet wurde. Wurde es zum Großteil ins Geschäft investiert oder ist es in der Verwaltung versickert oder wurde das Geld zu ganz anderen Zwecken eingesetzt?“, sagt Nieding. In den nun zu gründenden Insolvenzgremien wie etwa einem vorläufigen Gläubigerausschuss müssen nach Übe rzeugung der PIA-Anwälte auch Anlegervertreter eine wichtige Rolle spielen.

„Entscheidend wird sein, dass es Vertreter sind, die in der Lage sind, ein solches Großverfahren zu handeln“, sagt Tilp. PIA bietet betroffenen Anlegern die Möglichkeit, sich auf der Internetseite www.prokon-anlagen.de kostenlos zu registrieren.