K1-Anlageskandal: PIA ProtectInvestAlliance in alle Gläubigerausschüsse berufen

PIA-Anwalt Marc Schiefer wurde gestern vor Ort auf den Britischen Jungferninseln (British Virgin Islands / BVI) in die beiden Gläubigerausschüsse des "K1 Invest" und des "K1 Global", den Kapitalsammelstellen von Helmut Kiener, berufen. Er vertritt dort nunmehr für die ProtectInvestAlliance (PIA), einem Zusammenschluss von Nieding + Barth Rechtsanwaltsaktiengesellschaft und TILP Rechtsanwälte, die Ansprüche deutscher und ausländischer Investoren gegenüber der insolventen K1-Gruppe. PIA ist somit der einzige deutsche Rechtsvertreter in beiden Gläubigerausschüssen der beiden Fonds. Im Gläubigerausschuss des "K1 Invest" stellen die Vertreter der PIA sogar zwei von drei Mitglieder und haben dort somit die Mehrheit. Nur durch das aktive Auftreten der PIA vor Ort konnte die sofortige Bildung eines Gläubigerausschusses für beide Gesellschaften überhaupt erst erreicht werden. Damit verbunden sind weitgehende Interventions- und Informationsrechte, die für die Verfolgung und Realisierung der Anlegerforderungen entscheidend sein dürften.

Helmut Kiener, Gründer der K1-Gruppe, hatte die Britischen Jungferninseln für seine Geschäftstätigkeit genutzt. Dabei ist in den "K1 Invest" das meiste Anlegergeld geflossen, nämlich rund 350 Millionen Euro, während in den "K1 Global" etwa weitere 175 Millionen Euro eingezahlt wurden.

Die Wirtschaftsprüfer Grant Thornton wickeln das Liquidationsverfahren auf den British Virgin Islands nach dortigem Recht ab. Das Arbeitstreffen mit Grant Thornton auf den BVI kommentiert Rechtsanwalt Klaus Nieding: "Im K1-Betrugsfall wird das deutsche Insolvenzrecht keine Anwendung finden. PIA repräsentiert aktuell bereits rund 30 Millionen Euro Anlegerkapital. Wir sind aufgrund bereits angekündigter konkreter Mandatierungen privater wie institutioneller K1-Investoren zuversichtlich, kurzfristig über 100 Millionen Euro zu vertreten.“

Für effektiven Rechtsschutz für die Geschädigten der Kiener-Gruppe müssen solvente Anspruchsgegner ausfindig gemacht und das undurchschaubare Firmen- und Zahlungsgeflecht von Helmut Kiener aufgedeckt werden. "Nach dem aktuellen Stand unserer Erkenntnisse beruht das Kiener-Modell auf im Kreis wandernden Geldern. Dies ging nur mit einem komplexen und intransparenten Konstrukt an Firmen und Investitionen, was die Recherche nach dem Verbleib der Gelder nicht gerade vereinfacht", erläutert Rechtsanwalt Andreas Tilp.

„Um unseren Mandanten die bestmögliche rechtliche Unterstützung zu bieten hat sich PIA von Anfang an international vernetzt. Wir sind entsprechende Anwaltskooperationen mit der auf den BVI ansässigen Großkanzlei Whiters sowie Sozietäten in Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz und Liechtenstein eingegangen", betont Rechtsanwalt Klaus Nieding.

Rechtsanwalt Tilp: "Unsere Gespräche vor Ort in BVI haben unsere Strategie, zu Gunsten der PIA-Mandanten nach den "tiefen Taschen" zu fahnden, gestärkt. Unsere Tätigkeiten richten sich daher aktuell vor allem gegen Gesellschaften von Barclays, HSBC sowie beteiligte Treuhänder und Rechtsanwälte seitens Kiener", so Rechtsanwalt Andreas Tilp.

Hintergrund (vgl. auch www.k1-schaden.de):

Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt gegen Helmut Kiener wegen Betrug und Untreue in mehreren Fällen. Der studierte Psychologe und Sozialpädagoge soll rund um die Fonds K1 Invest und K1 Global ein komplexes Netz an Firmen aufgebaut haben. Kieners Fonds wurden innerhalb der Branche schon seit längerem als Produkte des "Grauen Kapitalmarktes" spezifiziert. Seine Geschäfte betrieb Kiener unter den Augen der Bundesanstalt für Finanzaufsicht (BaFin), obwohl diese ihm bereits 2001 die Verwaltung von Finanzportfolios untersagt hatte.

Als "grau" wird der Teil der Finanzmärkte bezeichnet, der nicht reguliert ist und damit keiner staatlichen Aufsicht unterliegt. Die Schadenshöhe am "Grauen Kapitalmarkt" summiert sich nach Schätzungen des Bundeskriminalamts auf bis zu 30 Mrd. Euro pro Jahr. Zuletzt hatte vor allem der Betrugsfall Phoenix Kapitaldienst die Branche erschüttert. Zehntausende deutscher Privatanleger verloren ihr Geld, insgesamt 600 Mio. Euro hatten sie angelegt.