Grauer Kapitalmarkt

Der Ruf des "Grauen Kapitalmarks" ist zerstört - obwohl allein die Tatsache, dass dessen Kapitalmarktprodukte nicht unter der Bafin-Aufsicht stehen, nicht für eine grundsätzliche Verurteilung ausreichen. Problematisch ist der Graue Kapitalmarkt vor allem dadurch, dass er das Umfeld bietet für die ganz großen Anlegerverluste in Massenschädensfällen. Juristische Auseinandersetzungen auf dem Grauen Kapitalmarkt werden dann kompliziert, wenn die Hintermänner nicht ermittelt werden können, das Kapital verzockt ist und eine Schadensersatzforderung mangels Masse wenig Erfolg verspricht. Hier gilt es, mit Banken, Strukturvertrieben und freien Vermittlern die Schuldigen für falsche Anlageberatung zu ermitteln.

BGH stoppt anlegerfeindliche Tendenz bei Graumarkt-Urteilen

Schadenersatz in Höhe von insgesamt rund 1,5 Millionen Euro müssen zwei Frankfurter Graumarktfirmen an einen geprellten Anleger zahlen. Die Schadenersatzklage gegen ihren Geschäftsführer muss von einem anderen Zivilsenat des OLG Frankfurt erneut verhandelt werden.

Externer Berater haftet - sittenwidriger Schädigung

Erstmals hat ein Obergericht die Durchgriffshaftung auf einen sog. "externen Berater" einer Graumarktfirma wegen vorsätzlich sittenwidriger Schädigung gemäß §§ 826 BGB erstreckt (Urteil des Kammergerichts Berlin vom 27.05.2003, Az: 9 U 354/02). Das von unserer Kanzlei erstrittene Musterurteil hat große Bedeutung, da es die Möglichkeit bietet, Hintermänner und Drahtzieher von Graumarktfirmen in Regress zu nehmen.