GEBAB Fonds - TILP sieht gute Erfolgsaussichten für Schadensersatz

Seit ihrer Gründung im Jahr 1985 hat die GEBAB über 100 Fonds am Kapitalmarkt platziert. Dabei schreibt sich die GEBAB selbst auf die Fahne, dass sich ihre „konservative Philosophie auch in turbulenten Märkten bewährt“.

Dass dies nicht immer zutreffend ist mussten die Anleger der GEBAB Ocean Shipping I GmbH & Co. KG schmerzlich erfahren. Von Anfang an sind die geplanten Ausschüttungen hinter dem zurück geblieben, was geplant war.

In der Gesellschafterversammlung am 03.11.2010 wurde ein Überbrückungskonzept beschlossen, welches vorsah, dass die Gesellschafter der Fondsgesellschaft ein Darlehen gewähren. Damit, so die Ausführungen auf der Gesellschafterversammlung, sollte der Liquiditätsengpass behoben werden. Keine vier Wochen später wurden die Anleger darüber informiert, dass das Überbrückungskonzept gescheitert sei, da die Banken diesem nicht zustimmten.

In der Gesellschafterversammlung am 11.11.2011 wurde dann ein modifiziertes Betriebsfortführungskonzept vorgestellt, welches vorsah, dass die Anleger ihre erhaltenen Auszahlungen zurückführen und dafür eine Vorzugsvergütung von 12 % p.a. erhalten. Diese Vorgehensweise wurde damit begründet, dass die Verhandlungen mit den schiffsfinanzierenden Banken zunächst erfolglos verliefen und somit die Zahlungsunfähigkeit mit der Folge der Insolvenz nur durch „frisches Kapital“ abgewendet werden könne.

Soweit das Betriebsfortführungskonzept laut Mitteilung vom 02.03.2012 zustande gekommen ist, bedeutet dies einerseits, dass das Vorzugskapital - soweit entsprechend positive handelsrechtliche Ergebnisse erzielt werden - einen überproportionalen Anteil erhält und dies letztendlich eine Benachteiligung für das sogenannte „Altkapital“ bedeutet; auch da Auszahlungen insofern voraussichtlich erst ab dem Jahr 2020 erfolgen werden. Andererseits besteht insgesamt die Gefahr, dass das Betriebsfortführungskonzept, wie dies auch schon bei anderen Schiffsbeteiligungen der Fall gewesen ist, die Insolvenz letztendlich nur hinausschiebt aber nicht verhindern kann. Dies würde dann für alle Gesellschafter, insbesondere auch für diejenigen, welche „frisches Kapital“ nachgeschossen haben, einen erheblichen Verlust bedeuten.

Anhand der uns vorliegenden Informationen und Unterlagen sind wir der Ansicht, dass im Prospekt jedenfalls die gegebenen Interessenkonflikte, die strukturellen Besonderheiten dieser Fondskonstruktion sowie die individuellen Aspekte der Schiffsfondskonzeption nicht ordnungsgemäß dargestellt worden sind. Unsere Mandantschaft wurde darüber hinaus im Rahmen ihrer Beratung über die bei dieser Investition gegebenen Risiken nicht ordnungsgemäß aufgeklärt.

TILP sieht daher gute Aussichten für Schadensersatz ihrer Mandantschaft.