Fehlerhafte Bankberatung im Rahmen von Finanzierungen

„Falschberatung im Rahmen von Finanzierungen – BGH stärkt Rechte der Bankkunden im Rahmen von Finanzierungsberatungen“

Der BGH hat mit Urteil vom 19.12.2017, Az. XI ZR 152/17 eine zum Schadensersatz verpflichtende Aufklärungspflichtverletzung der Bank bejaht. Bei einem sogenannten Finanzierungsberatungsvertrag besteht gegenüber dem Darlehensnehmer die Verpflichtung zur Aufklärung über die spezifischen Nachteile und Risiken und die vertragsspezifischen Besonderheiten der empfohlenen Finanzierungsform. Diese Pflicht hat die Beklagte nach Ansicht des BGH verletzt. Die Präsentationsunterlagen müssen dabei die Risiken hinreichend deutlich machen.  So ist auf das Fehlen einer Zinsobergrenze ausdrücklich hinzuweisen. Auch müssen im Hinblick auf die lange Laufzeit eines Darlehens die zinsrelevanten Folgen einer nicht nur unerheblichen Aufwertung des Schweizer Franken gegenüber dem Euro ausreichend deutlich beschrieben werden.

Nach unser Ansicht betrifft diese Entscheidung zahlreiche Privatkunden und mittelständische Unternehmen, denn derartige oder vergleichbare Kreditkonstruktionen wurden von Banken häufig empfohlen.

„Der BGH schließt mit dieser Grundsatzentscheidung eine Lücke im Rahmen von Bankberatungen, indem er die „Finanzierungsberatung“ der Banken ins Visier nimmt. Kunden sind gut beraten, ihnen empfohlene Kreditkonstruktionen fachanwaltlich überprüfen zu lassen.“, so RA Peter A. Gundermann.