Massenschadensfall Euro-Gruppe mit 40.000 Geschädigten

Die Insolvenz der Würzburger Euro-Gruppe, ein Firmengeflecht aus über einem Dutzend Kapitalanlagegesellschaften, führt die projektbezogene Kooperation der beiden auf Anlegerschutz spezialisierten Kanzleien NIEDING + BARTH Rechtsanwaltsaktiengesellschaft sowie TILP Rechtsanwälte in ihre dritte Arbeitsgemeinschaft, die ARGE-EURO-GRUPPE. Beide Kanzleien engagieren sich bereits in den ARGEn Phoenix und Amis für geschädigte Anleger.

Nachdem im Fall der insolventen Euro-Gruppe bereits seit der Jahrtausendwende zahlreiche Warnungen diverser Medien und Verbraucherzentralen vorliegen, sieht die ARGE-EURO-GRUPPE in diesem spezifischen Fall das gezielte Vorgehen gegen Kapitalanlagevermittler als einen validen Ansatzpunkt. Maßgeblich ist dabei das BGH-Urteil vom 19.7.2004 zur fehlerhaften Anlageberatung bei atypisch stillen Beteiligungen (AZ II ZR 354/02). Hierzu Rechtsanwalt Klaus Nieding: "Wir prüfen derzeit alle in Betracht kommenden Anspruchsgegner intensiv - ein Vorgehen gegen Vermittler scheint uns jedoch einer der vielversprechendsten Ansatzpunkte zu sein." Das Vorgehen gegen weitere Anspruchsgegner hängt derzeit wesentlich von den Ermittlungen des Insolvenzverwalters ab. Medienangaben zufolge sollen rund 40.000 geschädigte Anleger von der Insolvenz des Firmengeflechts betroffen sein.

Angaben der ARGE-EURO-GRUPPE zufolge müssen diejenigen Kapitalanleger, die in den vergangenen Monaten ihre Zahlungen an die diversen Kapitalanlagegesellschaften eingestellt haben, nun mit entsprechenden Nachforderungen des bestellten Insolvenzverwalters rechnen. Dieser wird nach Einschätzung beider Kanzleien bestrebt sein, die ausstehenden Gelder konsequent der Masse zuzuführen - diese Erfahrung konnten Anleger jedenfalls im Schadensfall Phoenix machen.

Anlässlich der inzwischen dritten Arbeitsgemeinschaft in diesem Jahr gründen NIEDING + BARTH Rechtsanwaltsaktiengesellschaft und TILP Rechtsanwälte zugleich eine europaweit agierende Plattform für geschädigte Kapitalanleger, die ProtectInvestAlliance. Hierzu Rechtsanwalt Andreas Tilp: "Wir vereinen dabei die ARGEn Phoenix, Amis und Euro-Gruppe in dieser neuen Plattform, die wir gezielt als europäische Marke für den Schutz der Anleger konsequent aufbauen werden. Zugleich schaffen wir ein fallübergreifendes, mehrsprachiges Informations- und Mandantenportal im Internet. Nur mittels einer solchen Struktur können Fälle in diesen Dimensionen künftig effektiv und strikt mandantenorientiert gehandhabt werden."

Sowohl NIEDING + BARTH Rechtsanwaltsaktiengesellschaft als auch TILP Rechtsanwälte haben im Zusammenhang mit der erfolgreichen Arbeit der vergangenen Monate personell weiter aufgerüstet: In Frankfurt verstärkt nun Walther von Wietzlow, bisher Leiter der "Private Equity"-Practice von Jones Day, das Team um Klaus Nieding und Peter Barth. Bei TILP Rechtsanwälte traten Frau Dr. Damaris Nicodem, Expertin für US-Sammelklagen, sowie Frau Sandra Eichler, Expertin für Massenschadensfälle, jüngst in die Kanzlei ein. Zudem erweiterten beide Kanzleien ihr "back-office" um jeweils drei neue Mitarbeiter. Weitere Einstellungen sind konkret geplant.