Darlehenswiderruf – gesetzliches Muster fehlerhaft

Verbraucher sind vor Abschluss eines Darlehens über ihr Widerrufsrecht zu belehren. Erfolgt dies nicht oder nicht korrekt, so kann ein Darlehen auch Jahre nach dessen Abschluss noch widerrufen werden. Bankkunden können sich von teuren Darlehen mit hohen Zinsen lösen.

Banken haben sich bei der Erstellung der Widerrufsbelehrung oft an der gesetzlichen Musterwiderrufsbelehrung orientiert; doch dieses Muster war fehlerhaft, was der Bundesgerichtshof (BGH) mittlerweile mehrfach entschieden hat. Lehnte eine Bank ihre Widerrufsbelehrung am gesetzlichen Muster an, so hat sie einen Fehler übernommen.

Allerdings sollen Banken für dieses fehlerhafte Muster nicht haften, wenn sie das gesetzliche Muster komplett und unverändert übernommen haben. In unserer täglichen Praxis stellen wir jedoch fest, dass das gesetzliche Muster in den wenigsten Fällen zu 100% übernommen wurde, so dass in den meisten Fällen die Widerrufsbelehrung dennoch als fehlerhaft anzusehen ist.

Beim Vorliegen einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung kann noch Jahre nach Vertragsschluss wirksam widerrufen werden. Hier lohnen also eine professionelle Analyse Ihrer Darlehensverträge und die Prüfung möglicher Widerrufsmöglichkeiten.

 

Rechtsanwalt Alexander Heinrich
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Kanzlei TILP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
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